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Renquishausen-Syracuse Family Reunion: Roots for some here stretch to one tiny German village

Renquishausen-Syracuse Treffen: Wurzeln einiger Einwohner von hier erstrecken sich in ein kleines deutsches Dorf

Übersetzung des Zeitungsartikels „Renquishausen-Syracuse Family Reunion: Roots for some here stretch to one tiny German village“, veröffentlicht am 05.08.2011 von Charly Hannagan / The Post Standard, Syracuse, USA

Familie_Mayer1897
View full size FAMILIE MAYER, die 1882 nach Amerika auswanderte, im Jahre 1897:
Sitzend von links: Josef Anton Mayer (Father Ferdinand), Mutter Barbara Mayer geb. Mattes, Vater Paul Albert Mayer; stehend von links: Agatha Mayer geb. Mader, Anselm Mayer, Johannes Konrad Mayer (Father Vincent). Paul Albert war der Bruder von Conrad Mayer, einem Schmied aus Renquishausen, der 1854 nach Syracuse kam und als Soldat im Amerikanischen Bürgerkrieg kämpfte. Die Eltern von Conrad und Paul Albert kamen nach Syracuse, als sie bereits über 70 Jahre alt waren.

Als Maria Ursula Schilling aus Renquishausen im Jahre 1927 nach Amerika einwanderte und sich in Syracuse niederließ lebten dort bereits Landsleute aus ihrer Heimat, die ihr halfen, sich einzuleben. „Von den 100 Menschen, die aus dem Heubergdorf nach Amerika auswanderten, lebte rund Hälfte in der Gegend von Syracuse“, sagt Hobby-Historiker Thorsten Buhl, gebürtig aus Renquishausen.

„Wenn man bedenkt, dass in jenen Jahren nur etwa 400 Seelen das Dorf ihre Heimat nannten, sprechen wir von der Auswanderung von einem Viertel der Bevölkerung“, sagt er. Buhl, 32 Jahre alt, schreibt ein Buch über die Auswanderer, das nächstes Frühjahr erscheinen soll. Es wird sein drittes Buch über die Geschichte der Menschen in Renquishausen, einem kleinen Dorf in der südwestlichen Ecke von Deutschland nahe der Schweizer Grenze, sein.

Am Samstag wird er sich mit 80 Nachkommen der Syracuse-Renquishausen Einwanderer im Twin Trees III Restaurant in North Syracuse treffen. „Das Ziel ist es, Neues zu erfahren von den Schicksalen der Auswanderer“, sagt Buhl, der Leiter der Design- und Entwicklungsabteilung einer großen Ledergerberei in Österreich. Schon als Kind begann Buhl seine Reise in die Vergangenheit mit der Forschung nach den eigenen Vorfahren. Bei einem Familientreffen in den 1990er Jahren hörte er die Geschichte einer Urgroßtante, die im Alter von 18 Jahren in die Vereinigten Staaten auswanderte, als Dienstmädchen arbeitete, sich verliebte und heiratete. „Die Geschichte hinter den bloßen Daten war es, die mich interessierte," sagt Buhl.

Die Fragen um die eigenen Familiengeschichte und die Beziehung zwischen den früheren Dorfbewohnern nahmen stetig zu. Seine ersten beiden Bücher dokumentieren die Geburt, die Schulzeit, das Erwachsenwerden und die Militärzeit der Vergangenheit. Renquishausen lag in einer sehr armen Gegend Deutschlands. Es gab nur wenig Industrie und die Bauern verdienten ihren Lebensunterhalt mit kleinsten Äckern und Wiesen, so Buhl.

Der erste Renquishauser, der sich in Syracuse niederließ, war Conrad Mayer 1854. Mayer lebte in der North Side der Stadt. Buhls Aufzeichnungen zeigen, dass er Schmied war und sich als Soldat für den Bürgerkrieg meldete. Die Vorgehensweise der Renquishauser Auswanderer ist nicht einzigartig für dieses Dorf, so Dennis Connors, Kurator für Geschichte  der Onondaga Historical Association. Es war üblich, dass Einwanderer ihren Familie und Freunden von den Möglichkeiten in ihrer neuen Heimat erzählten. „Die anderen folgten nach, weil bereits jemand aus der Familie sich niedergelassen und etabliert hatte", sagt Connors. „Familienmitglieder oder Leute aus demselben Dorf ließen sich in derselben Nachbarschaft nieder und arbeiteten oft für die gleichen Arbeitgeber, wie die Syracuse Porzellanfabrik oder die Solvay Chemikalienprozessfertigung“

BuhlThorstenView full size THORSTEN BUHL schreibt ein Buch über die Renquishauser Einwanderer

Die Menschen, die zum Treffen kommen, haben liebevolle Erinnerungen an ihre deutschen Vorfahren. Betty Rileys Großmutter, Magdalena Straub Aigeltinger, wurde in Renquishausen geboren und wanderte im Jahre 1888 nach Syracuse aus. Riley, eine ehemalige Einwohnerin von Syracuse, lebt heute bei ihrer Tochter Debbie Riley Williams in Wichita, Kansas. Sie kehren nach Syracuse zurück, um am Treffen teilzunehmen. Riley wuchs in der Martin Straße gegenüber dem Haus ihrer Großeltern auf. „Sie war ziemlich groß, sehr schlank, mit einer sehr aufrechten Haltung," sagt sie. Bei der Gartenarbeit „hockte sie sich nicht nieder sondern beugte sich von der Taille abwärts vor.“

Vor einem Jahr suchte Williams für sich und ihre Mutter eine gemeinsame Freizeitbeschäftigung. Ihr Bruder schenkte der Mutter ein Abonnement für Ancestry.com, eine Website, die bei der Ahnenforschung und Erstellung von Stammbäumen behilflich ist. Nach ein paar Monaten der Recherche wurden sie von Buhl kontaktiert. Er half ihnen beim Auffüllen von Lücken in ihrem Stammbaum bis in das 18. Jahrhundert und Williams konnte bereits über 900 Verwandte in ihren Familienstammbaum aufnehmen. Kürzlich fand Williams sogar heraus, dass sie und Buhl Cousine und Cousin vierten Grades sind.

Buhl half Linda Mattes, 60 Jahr alt aus Cicero, bei der Suche nach den Familienwurzeln ihres Mannes in Renquishausen bis zurück in das 17. Jahrhundert. „Ich dachte es wäre interessant, einen Stammbaum für die Familie meines Mannes zu erstellen, vor allem für meine Enkel, damit sie einen Teil ihrer Geschichte kennen", sagt sie. „Es ist so skurril, dass sie alle hierher nach Syracuse auswanderten", sagt Mattes.
Maria Schilling war einer der letzten der Renquishauser Auswanderer die hierher kamen. Sie wuchs mit 10 Geschwistern im den kleinen Dorf auf. „Als sie ein junges Mädchen im Teenageralter und in den 20ern war, waren die Verhältnisse in Deutschland wirklich sehr schlecht.“ sagt Schillings Sohn Herman Klaisle, 75 Jahre alt aus Syracuse. Schilling und ihre Schwester Mary Rose Schilling wanderten zunächst nach Holland aus, wo sie als Dienstmädchen arbeiteten. Mary Rose Schilling kam zuerst nach Syracuse, gefolgt von ihrer Schwester Maria und einem ihrer Brüder ein Jahr später, im Jahre 1927. Maria, die ihren Namen in Mary änderte, wurde hier Haushälterin und heiratete Hermann Klaisle.

„Ich sprach nur Deutsch, weil meine Mutter und mein Vater Deutsche waren," sagt Klaisle. „Als ich die Schule anfing, konnte ich kein Englisch sprechen. Die Lehrerin schrieb nach Hause an meine Eltern, dass sie besser anfangen sollten, Englisch zu sprechen. Und von diesem Zeitpunkt an begannen sie Englisch zu sprechen."

ViewKlaisle full size Herman Klaisle und seine Schwester Johanna Quantrille halten die Pässe ihrer Mutter. Links ihr Original Reisepass aus dem Jahre 1923, ausgestellt von der deutschen Regierung. Sie benutzte ihn, um von Renquishausen in Deutschland in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Der Pass rechts verwendete sie 1935, um für einen Besuch zurück nach Deutschland zu reisen.

Das Elternhaus seiner Mutter in Renquishausen befindet sich unweit des Hauses der Familie Buhl, so Klaisle, der das Dorf schon viele Male besucht hat. Als ihm ein deutsche Cousine im Jahre 2004 erzählte, dass Buhl in Kanada studiere und die USA besuchen werde, lud ihn Klaisle nach Syracuse ein. Klaisle nahm Buhl mit auf den Himmelfahrts-Friedhof in der North Side von Syracuse. Die Familiennamen auf den Grabsteinen verblüfften Buhl - Buschle, Mayer, Mattes, Moser, Schilling, Seeburger, Stehle, Straub und Weber. „Das sind alles Familiennamen aus unserem Dorf“, sagt Buhl. In seinem Heimatort Renquishausen werden alte Grabsteine abgeräumt. Doch hier in Syracuse sind die Grabsteine ​​der Renquishauser Einwanderer noch vorhanden.